Der Weg, auf dem Guy Zilberman zum Schreiben kam, führte über viele Umwege. Nach seinem Wirtschaftsstudium hatte er bald genug von fragwürdigen, ihre Wissenschaftlichkeit nur vortäuschenden Annahmen und wechselte ins Feld der Softwareentwicklung. Doch nachdem das Kauderwelsch der Programmiersprachen ihn bis in seine Träume zu verfolgen begonnen hatte, stürzte er sich nacheinander in die unterschiedlichsten Jobs: Zuerst wurde er kunsthandwerklicher Schreiner, wovon seinen schwieligen Händen noch heute zeugen, danach Betreiber eines Bluesclubs in New York, woran sich seine Leber noch mit Schrecken erinnert, und dann Händler für orientalische Teppiche – die Sorgen um die wüstendurchquerenden Kamele raubte Guy sein letztes Haar. Schließlich begann er erfolgreich Konsumgüter zu entwickeln, nur um dabei die zerstörerische Torheit des modernen Lebens zu erkennen. Getragen von diesen Gedanken verfasste er, im reifen Alter von 45, die ersten Zeilen der Genostock-Triologie...

 

 

 

 

 

Peter-Paul Zahl wurde 1944 in Freiburg im Breisgau geboren, verlebte seine Kindheit in der DDR und wohnte später im Rheinland. Als Kriegsdienstverweigerer ging er 1964 nach Berlin. 1965 hatte er seine erste öffentliche Lesung, seit 1966 war er Mitglied der Dortmunder Gruppe 61. 1967 gründete er seinen eigenen Verlag.
Zahl engagierte sich für die Außerparlamentarische Opposition und war Mitglied der Bewegung 2. Juni. 1974 wurde er aufgrund eines Schusswechsels mit der Polizei zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nach seiner Haftentlassung 1982 hielt er sich für längere Zeit in Grenada, auf den Seychellen und in Italien auf, bis er sich 1985 auf Jamaika niederließ. 1980 erhielt er den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis, 1995 den Glauserpreis für den besten deutschsprachigen Kriminalroman.

Peter-Paul Zahl starb am 24. Januar 2011 im Alter von 66 Jahren in Port Antonio auf Jamaika.

 

Kampfhaehne

Im Todestrakt

 

Undine Zimmer, geboren 1979, studierte in ihrer Heimatstadt Berlin Skandinavistik, Neuere Deutsche Literatur und Publizistik. Neben Aufträgen als freie Journalistin jobbte sie als Popcornverkäuferin, Reiseleiterin und Kellnerin. Für ihr Stück Meine Hartz-IV-Familie, erschienen in DIE ZEIT, war sie 2012 für den Henri Nannen Preis nominiert. Sie lebt in Berlin und Reutlingen.

 

Nicht von schlechten Eltern

Nicht von schlechten Eltern Cover Clubausgabe-s